Pastoren-Paar Schmidt-Becker verlässt Seckenhausen im Sommer

Nachricht Seckenhausen, 11. Januar 2015

Sechs Jahre hat die Familie mit ihren beiden Söhnen in der Martin-Luther-Gemeinde gelebt.

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Das Pastoren-Ehepaar Schmidt-Becker wird Seckenhausen im Sommer verlassen. Foto: Miriam Unger

Jetzt nimmt Holger Schmidt eine Pfarrstelle in Nordhorn an der niederländischen Grenze an.

„Der Grund dafür ist, dass wir uns hier eine Stelle teilen, und das ist mit Familie oft nicht einfach“, sagt Simone Schmidt-Becker. „Seckenhausen ist ein schöner Ort zum Leben. Wir sind gerne hier. Der Abschied fällt uns schon schwer. Aber wir fanden die Veränderung notwendig, um wieder mehr Ruhe und Verlässlichkeit ins Familienleben mit unseren Kindern zu bekommen. Und das ist leichter, wenn einer von uns eine volle Stelle hat“, ergänzt Holger Schmidt. „Wir wären auch gerne in der Region geblieben, aber hier in der Nähe hat sich leider nichts ergeben.“
 
Gebraucht würde der Pastor in der neuen Gemeinde eigentlich schon jetzt. Aber die Schmidt-Beckers wollten keinen übereilten Abschied aus Seckenhausen. „Die Konfirmationen werde ich auf jeden Fall noch machen“, das war für Holger Schmidt klar. „Da sind persönliche Beziehungen entstanden, und dann ist es doch selbstverständlich, dass man so eine Aufgabe auch noch selber persönlich zu ende bringen möchte.“
Andere Aufgaben, die ihm wichtig sind, muss der 42-Jährige allerdings in neue Hände legen: „Die Notfallseelsorge ist bisher ein Schwerpunkt meiner Arbeit. Das ökologische Konzept der Gemeinde mit Solarkirche finde ich unheimlich spannend. Und innerhalb der Gemeinde und Region ­- die Zusammenarbeit mit den Kollegen, die jährlichen Kinderfreizeiten  nach Bad Segeberg, die Konfirmandenarbeit, der Singgottesdienst, die außergewöhnlichen Krippenspiele, die Konzerte… 
 
Und ganz besonders werden mir die ,Go!Sieben‘-Gottesdienste mit den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern fehlen. Mit diesem Angebot für Kirchendistanzierte haben wir wirklich außergewöhnliche Momente erlebt. Wir hatten schon lebendige Schlangen in der Kirche. Es ging um Themen aus der Gesellschaft genauso wie um „Herr der Ringe“. Einmal hatten wir das Motto „Feuerwerk der Gefühle“, und ich habe in meinen Part den Originalkommentar des Radiomoderators Herbert Zimmermann vom Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern eingebaut – da haben die Leute spontan in der Predigt geklatscht. Sowas habe ich in der Kirche noch nie erlebt. Das verbinde ich seitdem immer mit dieser Gemeinde. Sowas werde ich nie vergessen.“
 
Der Umzug ist in den Sommerferien geplant. Dann können die Söhne Ole (10) und Sören (8) auch noch das Schuljahr in Stuhr beenden. „Sie verstehen, warum wir umziehen“, sagt Simone Schmidt-Becker. „Aber glücklich war natürlich keins der Kinder darüber.“
 
Miriam Unger 11.01.2015