5. Januar 2018

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„Was bleibt? Wir.“

Drei Fragen zur Kirchenvorstandswahl am 11. März 2018 an Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier

Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier

KIRCHENKREIS. Am 11. März werden in mehr als 1200 Kirchengemeinden der Landeskirche Hannover die Leitungsgremien neu gewählt. Auch in den Gemeinden unseres Kirchenkreises. Neu ist, dass bei diesen Wahlen zum ersten Mal Jugendliche ab 14 Jahren wahlberechtigt sind. „Kirche mit mir“ lautet die Kampagne, die die evangelischen Kirchen in Niedersachsen gemeinsam für die Wahl entwickelt haben. Was kann, was soll das bedeuten? Drei Fragen an Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier von Brigitte Neuhaus.

„Kirche mit mir“ - ist dieser Slogan der Kampagne für die Kirchenvorstandswahl 2018 aus Ihrer Sicht gut gewählt?
Birgit Klostermeier: Ich finde ja. Der Slogan bringt auf den Punkt, dass Kirche ein lebendiger Teil unserer Gesellschaft ist. Und zugleich spielt er auf das Selbstverständnis der evangelischen Kirche an, das den einzelnen Mitgliedern viel Gestaltung in der Kirche vor Ort zutraut. Eine Kirchengemeinde zu leiten ist eine verantwortungsvolle und auch erfüllende Aufgabe. Sie macht meistens Freude, man kann Erfahrungen einbringen, lernt dazu und Andere kennen.

Über die Zukunft der Kirche wird derzeit viel geredet, geschrieben und gemutmaßt. Was meinen Sie - wie wird Kirche zukünftig aussehen?
Birgit Klostermeier: Einerseits vertraut, denn sie soll ja dort bleiben, wo sie ist – vor Ort. Und andererseits: anders. Denn sie muss ja unterwegs und nah bei den Menschen bleiben – lebendig. Das vergangene Jahr mit seinem Reformationsjubiläum war da für mich lehrreich: Ich war überrascht, wie viel sich die Gemeinden im Sprengel haben einfallen lassen, eigen- wie scharfsinnig, ernsthaft und nachdenklich, mit Spaß und Augenzwinkern. Als manche gefragt haben: „Und, was bleibt von diesem Reformationsjahr?“, habe ich geantwortet: „Wir bleiben.“ Das ist meine schönste Entdeckung. Wir müssen es nicht erst werden, wir sind es schon: Evangelisch – ausgestattet mit Selbstbewusstsein vor Ort und in den Gemeinden. Unterwegs – neugierig, was wird und kommt, im Kontakt mit den anderen Konfessionen und auch Religionen. Wir bleiben – als die, die Gesellschaft gestalten wollen, und das dort, wo wir sind, in unseren Dörfern und Städten, in unserer Nachbarschaft. Wir bleiben – als die, die die Welt ein wenig heller machen wollen, in Krankenhäusern oder in der Wohnungslosenhilfe, in der Seelsorge, in der Chorarbeit oder in der Kindertagesstätte, in unseren Gottesdiensten am Sonntag und an den Schwellen des Lebens. Und eben auch als die, die sich in die Verantwortung der Gemeindeleitung mit hinein nehmen lassen und über alte und neue Formen des kirchlichen Lebens mit entscheiden wollen. Wir bleiben – als die, denen die Menschenfreundlichkeit Gottes am Herzen liegt.

Was wünschen Sie sich für die KV-Wahl am 11.März?
Birgit Klostermeier: Ich wünsche mir natürlich, dass viele Gemeindemitglieder zur Wahl gehen, dass die Jugend von ihrem Wahlrecht ab 14 tüchtig Gebrauch macht; und ich wünsche mir fröhliche Gesichter am Abend bei den „Wahlpartys“, die es hoffentlich geben wird. Und den zukünftigen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern wünsche ich „den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2.Tim1,7)“ für die vor ihnen liegende Zeit und Arbeit.

Brigitte Neuhaus