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Ökumenischer Weltgebetstag

Nachricht Syke, 20. Februar 2012
Vorbereitungsteam Weltgebetstags-Gottesdienst
Auf den Weltgebetstags-Gottesdienst am 2. März in vielen Gemeinden bereiteten die örtlichen Frauen vor (von links): Gertraut Bolte aus Twistringen, Ursula Dahlmann aus Kirchweyhe, Karin Müller aus Heiligenloh, Diakonin Elisabeth Früchtenicht aus Bassum und Helga Hinrichs-Kelm aus Barrien. Auf dem Bild fehlt Kirchenmusikerin Brigitte Poppe aus Seckenhausen. Foto: Gunnar Schulz-Achelis

Das Land boomt und doch herrscht Ungerechtigkeit. Dies ist das Thema des ökumenischen Weltgebetstages, der in 170 Ländern und  in vielen Gemeinden der Region am Freitag, 2. März 2012 in – oft ökumenisch vorbereiteten – Gottesdiensten gefeiert wird. Kürzlich war ein Vorbereitungstreffen im Syker Gemeindehaus, zu dem 65 Frauen aus 13 Gemeinden von Heiligenrode bis Eystrup, von Kirchweyhe bis Heiligenloh gekommen waren, um die von Frauen in Malaysia vorbereitete Liturgie und Ideen für die Gottesdienstgestaltung kennen zu lernen.

„Steht auf für Gerechtigkeit“ heißt denn auch das kämpferische Motto des diesjährigen Weltgebetstages. Die Frauen übten die Lieder des Gottesdienstes mit Kirchenmusikerin Brigitte Poppe aus Seckenhausen. Ursula Dahlmann aus Kirchweyhe war kürzlich im benachbarten Singapur und brachte Gegenstände und Ideen für eine „gestaltete Mitte“ mit: Koran, Buddha-Statue, Osterkerze und Symbole der unterschiedlichen Religionen im Lande.

In Malaysia, so war beim Vorbereitungstreffen zu erfahren, gibt es ein buntes Bevölkerungs- und Religionsgemisch, das im Fall von „Misch-Ehen“ immer wieder zu Konflikten führt. Zur Staatsreligion Islam bekennen sich 60 Prozent, zum Christentum 9 Prozent. Daneben gibt es Hindus, Buddhisten und Angehörige chinesischer Religionen. Eine großen Streit gab es im Land, als Christen Gott auch mit dem Wort „Allah“ bezeichneten. Dagegen klagte die Regierung.

Das seit 1957 unabhängige Land besteht aus einer westlich gelegenen Halbinsel mit der Hauptstadt Kuala Lumpur und einem 500 Kilometer entfernten Teil auf der Insel Borneo. Der König als repräsentatives Staatsoberhaupt wird alle 5 Jahre aus den Reihen der traditionellen Sultane gewählt. Das Land ist formal eine Demokratie, wird aber sehr autoritär regiert; andererseits ist es stabil und gilt bei den Vereinten Nationen als hochentwickeltes Land und moderner Industriestaat, indem – weltweit führend – Mikro-Chips und Solarzellen hergestellt werden. Deutschland ist der fünfgrößte ausländische Investor im Land.

Auf der Schattenseite des wirtschaftlichen Erfolges stehen mehrere Millionen Arbeitsmigrantinnen: Viele arbeiten als Hausangestellte ohne Papiere, Rechte und Urlaub und nicht wenige werden sexuell misshandelt, wie die Beauftragte für Frauenarbeit im evangelischen Kirchenkreis Syke-Hoya Diakonin Elisabeth Früchtenicht berichtete. So soll ein Teil der in Deutschland beim Weltgebetstag gesammelten Kollekten dem Frauenprojekt „Tenaganita“ zukommen, das Frauen hilft und einen Telefonnotdienst eingerichtet hat, wo Frauen anrufen können, die ausgebeutet und werden und Gewalt erfahren haben.

Diakonin Früchtenicht aus Bassum und ihr Team stellten die Liturgie vor, in der in Liedern, Gebeten, Berichten und anderen Texten immer wieder Gerechtigkeit angesprochen und gefordert wird. Bei einer Aktion geht es auch um die Frage: „Welche Ungerechtigkeiten beschäftigen uns?“ Den Frauen schlug das Vorbereitungsteam zudem eine Meditation des Titelbildes „Gerechtigkeit“ von Hanna Cheriyan Varghese aus Malaysia vor, eine vorliegende Predigt von einer Pastorin aus Malaysia oder ein Anspiel zu der biblischen Geschichte von der „beharrlichen Witwe“.

In vielen Gemeinden der Region wird nach dem Gottesdienst noch zu einem gemütlichen Beisammensein in die Gemeindehäuser eingeladen, wobei vielerorts auch malaysische Gerichte, wie Frühlingsrollen, Teigtaschen, Ananasgemüse und Fleischspieße mit Erdnuss-Sauce angeboten werden. In einigen Gemeinden wird es die Länderinformationen mit projizierten Bildern vor dem Gottesdienst oder im Anschluss nach dem Essen geben.

Gunnar Schulz-Achelis

Pastor Gunnar Schulz-Achelis
Mobil: 0172 - 4256164
Aufgabenbereich:

Pressesprecher bis 2014