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„Christsein macht einen Unterschied“

13. Oktober 2021

Landwirt und Vertriebsleiter Hans Bockhop wird in Asendorf als Prädikant eingeführt

ASENDORF. Ganz klassisch, wie das auf dem Land halt so ist, sei er zur Kirche gekommen, erzählt Hans Bockhop. „Ich wurde als kleines Kind getauft, als Jugendlicher konfirmiert, habe zu Landjugendzeiten in den 90-ern bei Gottesdiensten mitgewirkt. Als Erwachsener ging ich in den Chor und in die Gitarrengruppe. Und durch verschiedene Lebensereignisse wurde ich immer wieder mit Fragen des Glaubens konfrontiert.“ Er engagierte sich als Kirchenvorsteher und auf Kirchenkreisebene, ist mittlerweile Vorsitzender der Kirchenkreis-Synode – und ab Sonntag darf er auch ganz offiziell Gottesdienste leiten und selbst predigen. Am 17. Oktober um 15 Uhr wird Hans Bockhop in der St.-Marcellus-Kirche in Asendorf in sein Amt als Prädikant des Kirchenkreises Syke-Hoya eingeführt.

„Gottesdienste sind fester Bestandteil meines Lebens“, sagt der 50-Jährige. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Erfahrungen darin gesammelt, sie mit- und sogar selbst zu gestalten. Schon als ausgebildeter Lektor leitete er Gottesdienste, in denen er Lesepredigten hielt. Ein bis zwei Termine im Monat hat er immer gemacht. Als Prädikant darf er nun auch Abendmahlsgottesdienste und eigene Predigten halten.  „Auch wenn die Vorbereitung natürlich aufwendiger ist als eine Lesepredigt auszuwählen und anzupassen – die Predigt mit eigenen Gedanken und Worten verfassen und halten zu können macht mir das Predigen leichter.“

Wenn er sich nicht für die Kirche engagiert, ist Hans Bockhop Vertriebsleiter bei der Grauer Palettenfabrik Schlesselmann und Landwirt mit einem Hof in Graue, der mehrfach als „kulinarischer Botschafter für Niedersachsen“ ausgezeichnet wurde. Spezialität sind handgemachte Köstlichkeiten aus schwarzem Holunder, die u.a. im Hofladen angeboten werden. Sein Glaube sei auch für seinen Beruf wichtig, findet er: „Wie man mit Menschen umgeht und mit Ressourcen, definiert sich aus dem Glauben. Und noch besser finde ich, wenn es auch für andere erlebbar wird, dass Christsein einen Unterschied macht – auch im Beruf“.

Die Frage, ob es der Kirche gut tut, dass nicht nur hauptamtliche Pastor*innen für die Verkündigung zuständig sind, sondern auch Menschen aus ganz anderen Berufen, mag Bockhop nicht. „Ich halte von der Unterscheidung zwischen Hauptamtlichen und anderen Christen in diesem Zusammenhang nichts. Ich finde grundsätzlich, alle Christen sollten von ihrem Glauben erzählen können. Auch im Gottesdienst. Aber nicht nur dort.“

Miriam Unger