Synode des Kirchenkreises Syke-Hoya tagt in Harpstedt / Alte Gebäude, neue Angebote / Pilotprojekt „Digitaler Klingelbeutel“
Neue Ideen, neue Wege, neue Gesichter in Ausschüssen und im Aufsichtsamt des Superintendenten. Sogar die Tagung selbst fand in ganz neuen Räumen statt. Die Synode des Kirchenkreises Syke-Hoya kam am Dienstagabend im frisch gestalteten Gemeindehaus in Harpstedt zusammen.
Hans Bockhop, Vorsitzender der Synode, begrüßt knapp 60 Delegierte aus allen 28 Kirchengemeinden im Gebiet. Unter den Delegierten sind auffallend viele junge Gesichter.
Die Kirchenkreissynode ist das Parlament des Kirchenkreises Syke-Hoya. Sie tagt bis zu viermal im Jahr, entscheidet über Finanzen, Stellen und die inhaltliche Ausrichtung der kirchlichen Arbeit. Erst im Frühling dieses Jahres hatte sich das jetzige Parlament turnusgemäß neu gebildet – für die nächste Amtszeit von sechs Jahren. Die Vertreter*innen aus den Gemeinden waren seitdem ausgesprochen aktiv. Sieben Ausschüsse haben die Arbeit aufgenommen und bereits mehrmals getagt. Entsprechend breit ist die Tagesordnung thematisch – von Klimaschutz, Bau- und Gebäudethemen über Digitalisierung, Jugendarbeit, Finanzen und Stellenplanung, Seelsorge, soziales Engagement und Musik bis zu Projekten für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Angeboten für neue Zielgruppen.
Der Bericht aus dem Finanz- und Stellenplanungsausschuss zeigt, dass der Kirchenkreis derzeit finanziell solide dasteht. Ausschussvorsitzende Birthe Wigger nutzt die Gelegenheit, um die Gemeinden ausdrücklich zu ermutigen, kreative und in die Zukunft gerichtete Ideen einzureichen: „Gute Konzepte für Projekte verdienen es, umgesetzt zu werden. Wir haben einen bodenständigen Haushalt, in dem Rücklagen dafür vorhanden sind.“
Aus den Jahresabschlüssen 2023 und 2024 stehen 865.000 Euro zur Verfügung. Ein Teil davon soll für einen Energiekostenzuschuss an die Gemeinden verwendet werden – insgesamt 200.000 Euro. Weitere 200.000 Euro sollen in eine Rücklage zur Sanierung alter Heizungen fließen. Nach einer Bestandsaufnahme vom Ausschuss für Bau und Klimaschutz sind mehr als die Hälfte der Heizungen in den 31 Kirchen im Gebiet alt – einige sogar über 50 Jahre.
Hauptschwerpunkt der Arbeitsgruppe wird das Gebäudekonzept sein, das derzeit in allen Gemeinden erarbeitet wird. Dabei geht es darum, den Zustand aller kirchlichen Bauten im Gebiet zu überprüfen, ihre Funktionen und ihren Zweck für die Zukunft zu gestalten und eine langfristige Strategie festzulegen, welche Gebäude wegen eines bestimmten Schwerpunkts weiter unterhalten, welche umgenutzt, neu belebt oder abgegeben werden sollen.
So groß wie die Vielfalt der unterschiedlichen Gebäude ist auch das musikalische Angebot im Kirchenkreis. Neben Bands, Solisten und den beiden großen Kantoreien gibt es zahlreiche Vokal- und Instrumentalgruppen, Blechblas-, Kinder- und Gospelchöre. Das Kuratorium der Kirchenmusikstiftung fördert derzeit 30 Chöre. „Mit Popkantor Andreas Schley ist in diesem Jahr eine weitere Fachkraft hinzugekommen, mit der wir dieses hohe musikalische Level weiterentwickeln können“, freut sich Kirchenkreiskantor Ralf Wosch.
Der Ausschuss für Diakonie und Partnerschaftsarbeit hat eine Abfrage gemacht, welche sozialen Angebote in den Kirchengemeinden existieren, und arbeitet an einer für alle nutzbaren Übersicht.
Für den Ausschuss für Kinder-, Jugend- und Bildungsthemen hat derzeit die Wiederbesetzung der beiden vakanten Diakon*innen-Stellen Priorität. Im neu gegründeten „Ausschuss für die mittlere Generation“ geht es darum, Menschen zwischen 25 und 50 Jahren stärker in den Blick zu nehmen und Angebote für sie zu entwickeln.
Der Digitalisierungsausschuss beschäftigt sich derzeit mit der Erprobung digitaler Spendengeräte. In sechs Kirchengemeinden (Bassum, Brinkum, Harpstedt, Leeste, Syke und Weyhe) werden in den kommenden zwei Jahren die neuen Möglichkeiten eines „Digitalen Klingelbeutels“ getestet. Ziel ist es, das Spenden einfacher zu machen und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.
Die für alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden verpflichtenden Schulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt werden von den Pastoren Sascha Maskow (Harpstedt) und Stephan Knapmeyer (Weyhe-Leeste) angeboten und gut angenommen, erklärt das Präventionsteam.
Anschließend beschließt die Kirchenkreissynode die Wahl von Pastorin Mareike Hinrichsen-Mohr und Pastor Mathias Hartewieg (beide Bruchhausen-Vilsen) als Stellvertretung im Aufsichtsamt für Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder.
Der Termin für die nächste Tagung der Kirchenkreissynode ist der 22. April 2026.
Miriam Unger