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Leitungswechsel im Evangelischen Kitaverband

Nachricht 13. August 2026

Birgit Greve geht als pädagogische Leiterin in Diepholz in den Ruhestand, springt aber ab September in Syke-Hoya ein / Nachfolgerin wird Frauke Rüter-Schmidt aus Sulingen

Birgit Greve

Der Anfang war herausfordernd: Als Birgit Greve 2012 die Stelle der Pädagogischen Leiterin antrat, waren die beiden evangelischen Kindertagesstättenverbände in den Kirchenkreisen Grafschaft Diepholz und Syke-Hoya gerade neu gegründet worden. „Ich war ja für beide Verbände eingestellt, also habe ich anfangs 19 Einrichtungen betreut“, erinnert sich die heute 66-Jährige. Viel Planung, viele Gespräche, Überzeugungsarbeit, neue Kontakte zu Kommunen und die unterschiedlichen Interessen der Einrichtungen bestimmten die ersten Jahre. Dazu kamen weite Wege und der zunehmend spürbare Fachkräftemangel.

Inzwischen sind aus den Anfängen klare Strukturen, breite Netzwerke und eingespielte Teams entstanden. Der Kitaverband Grafschaft Diepholz umfasst mittlerweile 20 Einrichtungen, in denen über 330 Mitarbeitende mehr als 1500 Kinder betreuen. Unter dem Dach des Kitaverbands Syke-Hoya arbeiten heute 12 Einrichtungen. Birgit Greve hat die Entwicklung beider Verbände von Beginn an mitgestaltet.

„Es gibt einen Leitspruch, der mich in meiner gesamten beruflichen Laufbahn begleitet hat: ,Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen‘“, verrät sie. „Dieser Satz hat mir immer wieder Mut gemacht, neugierig zu bleiben und Veränderungen als Chance zu begreifen.“

Mittendrin und bestens vernetzt - das war Birgit Greve nicht nur bei der großen Jubiläumsfeier der Evangelischen Kitaverbände in Bassum, sondern auch an jedem anderen normalen Arbeitstag in den letzten Jahren. Seit 1981 arbeitet sie im Kirchenkreis Diepholz, seit 2012 als Pädagogische Leiterin des damals neugegründeten Kitaverbands. Im August wird die 66-Jährige nun in St. Michaelis Diepholz in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Reinhard Greve

Zu den Entwicklungen der vergangenen Jahre gehören unter anderem die Einführung des „Qualitäts-Management-Systems Kindertagesstätten“ (QMSK), regelmäßige Managementkonferenzen, ein gemeinsames religionspädagogisches Konzept und Fortbildungen für alle pädagogischen Fachkräfte zum Thema Gewaltschutzkonzept. Gleich mehrere Kindertagesstätten haben bereits das Evangelische BETA-Gütesiegel erhalten. „Alle unsere Einrichtungen arbeiten nach demselben Qualitätsmanagementsystem“, sagt Birgit Greve. „Daran kann sich jede Einrichtung orientieren, und das klappt sehr gut. Darauf bin ich stolz.“

Auch die Zusammenarbeit innerhalb der Verbände hat sich entwickelt. „Die Klausurtagungen und gemeinsamen Studientagen haben dazu beigetragen, dass wir heute einen professionellen Austausch haben, der alle Einrichtungen bereichert.“ Für Birgit Greve war dabei vor allem der Kontakt zu den Menschen in den Einrichtungen wichtig: „Der Kontakt zu den Leitungen und zu den pädagogischen Mitarbeitenden in den Einrichtungen ist ein ganz wichtiger Aspekt“, betont sie. „Das Schönste an meiner Arbeit war immer: Wenn ein Problem auftauchte, hat man gemeinsam an einer Lösung gearbeitet.“

Frauke Rüter-Schmidt übernimmt die Pädagogische Leitung des Kita-Verbands Grafschaft Diepholz. Auch außerhalb ihrer Arbeit ist die 43-Jährige gern unterwegs - hier in tierischer Begleitung - und entdeckt Neues.

Nun übergibt sie die pädagogische Leitung im Kitaverband Grafschaft Diepholz an Frauke Rüter-Schmidt. Die 43-Jährige ist seit Juni im Amt und arbeitet sich derzeit noch gemeinsam mit Birgit Greve in ihre neue Aufgabe ein. Für Rüter-Schmidt ist der Wechsel auch deshalb ein besonderer Schritt, weil sie bereits seit vielen Jahren im Bereich der frühkindlichen Bildung arbeitet. 13 Jahre lang war sie als Fachberaterin für die Kitas der Oldenburgischen Landeskirche tätig. Zum Jahreswechsel 2024/25 zog sie mit ihrer Familie nach Sulingen, im Februar 2025 wurde ihr Sohn geboren.

Als das Ende ihrer Elternzeit näher rückte, suchte sie nach einer beruflichen Perspektive. „Es wirkte fast wie ein Wunder, dass ausgerechnet in dieser Zeit der Kitaverband Grafschaft Diepholz eine pädagogische Leitung suchte mit Arbeitsplatz in Sulingen. Ich habe mich auf die ausgeschriebene Stelle beworben – und nun sitze ich hier.“

Die neue pädagogische Leiterin freut sich darauf, nun die Trägerrolle zu übernehmen: „Mein Herz schlägt für evangelische Kitas! Nachdem ich schon als Mitarbeiterin in Kitas und als Fachberaterin für Kitas gearbeitet habe, freue ich mich jetzt darauf, in die Trägerrolle zu schlüpfen. Mich reizt daran, wieder mehr ins operative Geschäft einzusteigen, also wieder mehr Verantwortung für die täglichen Aufgaben und Herausforderungen rund um die Kitas zu tragen und meine Erfahrungen in einer neuen Position einbringen zu können.“

Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Gespräche mit Kita-Leitungen, Teams und Eltern, Gremienarbeit und Personalentwicklung. Dabei arbeitet sie eng mit der Betriebswirtschaftlichen Geschäftsführung, dem Verbandsvorstand, den Kirchengemeinden, kommunalen Vertreter*innen, der Mitarbeitendenvertretung und dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung zusammen.

Dass sie sich für ihre neue Aufgabe gut gerüstet fühlt, bringt Rüter-Schmidt ohne lange Vorrede auf den Punkt: „Ich bin gewissenhaft und pragmatisch, lösungsorientiert und kreativ, menschenfreundlich und strukturiert.“

Für Birgit Greve beginnt unterdessen ein neuer Lebensabschnitt. Am Freitag, 21. August 2026, wird sie um 16 Uhr in der St. Michaeliskirche in Diepholz verabschiedet – an dem Ort, an dem ihre berufliche Laufbahn am 1. September 1981 begann. „Hier hat meine berufliche Laufbahn am 1. September 1981 begonnen, und es ist schön, dass ich sie hier auch beenden darf.“

Die 66-Jährige freut sich auf mehr Zeit für Freundinnen, Sport, Hobbys und vor allem für ihre Familie: „denn im Oktober kommt unser Enkelkind.“

Ganz verabschiedet sie sich allerdings noch nicht aus dem Berufsleben. Denn nicht nur Birgit Greve wartet voller Vorfreude auf ein neues Familienmitglied, sondern auch ihre Kollegin Tabea Möller aus dem Kitaverband Syke-Hoya. Birgit Greve ließ sich gerne überreden, noch einmal einzuspringen: Ab September übernimmt sie mit 22 Wochenstunden die Elternzeitvertretung im Kitaverband Syke-Hoya.

Miriam Unger