Winfried Kahla war Pastor in Leeste und Schwarme und bis zum Schluss leidenschaftlich engagiert für Ökumene, Frieden und Völkerverständigung
Pastor Winfried Kahla ist tot. Er starb am 31. Dezember 2025 im Alter von 88 Jahren in Lemförde. „Winfried Kahla war ein leidenschaftlicher Seelsorger in den Kirchengemeinden Leeste und Schwarme. Besonders zeichnet ihn aber sein Engagement für die Ökumene aus“, sagt Dr. Jörn-Michael Schröder, Superintendent im Kirchenkreis Syke-Hoya.
1937 in Marl geboren, zog es Winfried Kahla gleich zu Beginn seiner theologischen Laufbahn in den Iran. 1970 zog er mit seiner Familie in die Stadt Isfahan im Zentraliran, wo er die Leitung der Christoffel-Blindenorganisation und des ökumenischen Pfarramts übernahm. Er leitete eine Schule für blinde Kinder und Jugendliche und begleitete die im Internat lebenden Schüler vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zum Abitur. Für blinde Erwachsenen schuf er Arbeitsmöglichkeiten in sogenannten „beschützenden Werkstätten“, in denen Gebrauchsgegenstände für den Haushalt wie Bürsten, Besen und Matten hergestellt wurden.
1976 kehrte Winfried Kahla mit seiner Familie nach Deutschland zurück – in den heutigen Kirchenkreis Syke-Hoya. Zunächst arbeitete er als Pastor in der Kirchengemeinde Leeste, ab 1985 dann in Schwarme, wo er auch in den Ruhestand ging. Sein Engagement als Beauftragter für iranische Christ*innen führte er weiterhin fort und blieb ein aufmerksamer Beobachter des Weltgeschehens. Seine missionarische Arbeit, seine Reisen und die Situation im Iran verarbeitete er unter anderem in seinem Buch „Morgenrot über dem Iran“.
Der Kirchenkreis Syke-Hoya nimmt Abschied von einem tief im Glauben verwurzelten Pastor, der Menschen über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg verbunden hat. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Kindern und Enkeln.
„Winfried Kahla hat in seiner ganzen Biografie immer wieder gezeigt, dass christlicher Glaube den Blick über den eigenen Horizont hinaus richtet. Er hat Nächstenliebe und das, woran er glaubte, konsequent gelebt – zugewandt, mutig und mit einem offenen Blick für die Menschen. Besonders für die, die am Rand stehen“, erklärt Superintendent Schröder. „Wir erinnern uns an seinen großen Einsatz für blinde Menschen und für die Ökumene. Und an sein unermüdliches Eintreten für Verständigung und Frieden. Wir fühlen mit seiner Familie und sind dankbar für sein Leben und Wirken.“
Miriam Unger