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„Diese Direktheit gehört zu mir“

Nachricht 08. Mai 2026
Pastor i.R. Herbert Köhler aus Bassum ist gestorben. Foto: Thorsten Runge

Eine traurige Nachricht erreicht die Kirchengemeinde Bassum in dieser Woche: Pastor im Ruhestand Herbert Köhler ist am Donnerstag gestorben. Er wurde 79 Jahre alt.

Bis vergangene Woche begleitete er noch mit Herzblut den von ihm gegründeten „Bibelsalon“ im Stift Bassum. „Er war ein engagierter Theologe mit einem wachen und scharfen Blick“, erinnert sich Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder. „Die Gespräche mit ihm waren anregend und lebendig – nicht zuletzt, weil er ebenso kenntnisreich über Fragen des Alltags wie über die großen Themen des Glaubens und des Lebens sprechen konnte. Dabei verband er Ernsthaftigkeit mit Humor und Ironie.“

Herbert Köhler war ein direkter Mensch, bisweilen auch undiplomatisch. Aber seine schonungslose Offenheit war ihm wichtig. „Diese Direktheit gehört zu mir“, betonte er bei seiner Verabschiedung aus dem Dienst. „Viele haben ihn gerade deshalb geschätzt: für seine Authentizität, seine Klarheit und seine unverstellte Art“, so Schröder.

Nach seinem Studium war Herbert Köhler zunächst fünf Jahre Schulpfarrer in St. Peter-Ording. Seine geistliche Heimat fand er jedoch in Bassum, wo er mehr als 25 Jahre lang als Pastor wirkte – bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2012. Als leidenschaftlicher Prediger prägte er über viele Jahre das gottesdienstliche Leben in Bassum.

„Ich erinnere mich noch besonders gut an Heiligabend 1989, als er die Weihnachtsgeschichte auf den Mauerfall umgeschrieben hat“, erzählt Knut Laemmerhirt, Vorsitzender des Bassumer Kirchenvorstands. „Für mich eine der beeindruckendsten Predigten, die ich je gehört habe.“

Von „seiner“ Stiftskirche sprach Herbert Köhler mit hörbarer Zuneigung und blieb ihr auch im Ruhestand aktiv verbunden. Als „Kanonikus“ war er bis zu seinem Tod in dieser Woche theologischer Berater des Stifts Bassum.

„Er hat sich um das Stift große Verdienste erworben und unsere Zusammenkünfte mit seinem scharfen Verstand und seinem Humor immer sehr bereichert“, erklärt Äbtissin Isabell von Kameke. „Er war dem Stift und insbesondere mir ein hochgeschätzter Berater und Freund.“

Die Kirchengemeinde ist in Gedanken bei Herbert Köhler, seiner Familie und allen, die ihm verbunden waren.

Miriam Unger