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Gemeinschaft ist ihr Thema

Nachricht 07. Juli 2026

Lilli Knieriem kommt am 1. August als Diakonin im Aufbaujahr in die Kirchengemeinde Bassum

Lilli Knieriem

Jeder Mensch hat ja so ein Thema, das sich durch sein Leben zieht. Bei Lilli Knieriem ist es das Thema ganz klar: Gemeinschaft. Menschen zusammenbringen, vor allem Kinder und Jugendliche, ein Miteinander aufzubauen, zusammen etwas auf die Beine stellen und sowohl Spaß zu haben als auch gegenseitigen Rückhalt. Das ist es, was die 28-Jährige aus Liebenau schon immer interessiert hat. In der Schule, im Konfi-Unterricht, in der Jugendarbeit…

„Meine Mama ist sehr engagiert in der Kirchengemeinde Liebenau im Kreis Nienburg. Dadurch bin ich schon früh zum Kindergottesdienst gegangen und habe schließlich angefangen, auch selbst mitzuhelfen“, erzählt die 28-Jährige.

Spätestens mit der Konfi-Zeit wurde daraus immer mehr. Lilli Knieriem blieb dabei, wurde Teamerin, begleitete Kinder- und Jugendfreizeiten und entwickelte gemeinsam mit dem Team der Evangelischen Jugend Angebote und Aktionen. Jugendarbeit war bald ein fester Teil ihres Lebens. „Je mehr ich in diesem Bereich mit Kindern und Jugendlichen unterwegs war und je mehr Verantwortung ich übernahm, desto deutlicher habe ich gemerkt, dass es genau das ist, was ich machen möchte.“

Nach dem Abitur ging sie zunächst für ein Freiwilliges Soziales Jahr an die Paul-Moor-Schule der Lebenshilfe Sulingen. Danach folgten eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin und ein Studium der Sonderpädagogik. Daran schloss sich noch ein Fernstudium im Fach Soziale Arbeit an. Parallel dazu arbeitete sie in einer heilpädagogischen Kita-Gruppe.

Aber ihre Leidenschaft für den Jugendbereich, für die soziale Arbeit der Kirche und für die Gemeinschaft, die sie dort erlebte, blieb. Unabhängig davon, wie viele andere Verpflichtungen sie hatte. Immer mehr wuchs die Klarheit: „Ich möchte das nicht mehr nur im Ehrenamt machen, sondern mehr und intensiver.“

So entschied sie sich für eine nebenberufliche Weiterbildung und beginnt am 1. August als Diakonin im Aufbaujahr im Kirchenkreis Syke-Hoya. Ihre Stelle ist in der Kirchengemeinde Bassum verankert, wo sie vor allem in der Arbeit mit Konfirmand*innen und in der Jugendarbeit tätig sein wird.

Ganz neu ist die Region für Lilli Knieriem nicht. Viele Orte rund um Bassum kennt sie aus ihrer Zeit in Sulingen, die Region Hoya ist ihr durch das Engagement in der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Nienburg vertraut. Und auch erste Kontakte zu Kolleg*innen gibt es bereits – zum Beispiel zu Pastorin Sandra Kopmann (Bassum und Nordwohlde), mit der sie künftig zusammenarbeiten wird.

Inhaltlich bringt die angehende Diakonin klare Schwerpunkte mit. „Gerade in der Jugendarbeit ist es mir wichtig, ein Gefühl von Gemeinschaft aufzubauen und zu stärken. Denn das hat mir persönlich immer sehr viel gegeben – gerade jetzt in einer Zeit, in der so viel digital passiert und in der der Alltag und die allgemeine Weltlage für die meisten Menschen stressig und belastend sind.“

Ein zweites Thema, das für sie unbedingt zu kirchlicher Arbeit dazugehört, ist die aktive Beteiligung aller Zielgruppen: „Partizipation liegt mir sehr am Herzen. Denn ich finde, Angebote für Jugendliche können erst dann richtig gut werden, wenn die Jugendlichen selbst in dem Prozess einbezogen werden.“

Und auch die Präventionsarbeit ist Lilli Knieriem ein Anliegen: „Ich bin ausgebildete Multiplikatorin für Aufklärungsarbeit und den Schutz vor sexualisierter Gewalt und gebe auch selbst Schulungen. Mir ist es wichtig, dass dieses Thema nicht nur einmal behandelt und dann abgehakt wird, sondern als fortlaufender Prozess verstanden wird.“

An Engagement mangelt es Lilli Knieriem also ganz offensichtlich nicht. „Wenn mir etwas wichtig ist, weckt das immer gleich den Tatendrang, direkt loszulegen.“ Und weil sie es durch Arbeit und Ehrenamt schon seit vielen Jahren gewohnt ist, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig etwas auf die Beine zu stellen, ist ihr auch nicht bange vor den vielen Aufgaben in ihrem neuen Arbeitsbereich: „Ich bin schon ein strukturierter Mensch und kann auch im größten Chaos ganz gut den Überblick behalten“, sagt sie und lacht.

Das zeigt sich nicht nur im Beruf. Auch in ihrer Freizeit geht es selten ganz ruhig zu: Engagement in der Evangelischen Jugend, in der Jugendfeuerwehr, dazu das Orchester, in dem sie Klarinette spielt. Und zu Hause? „Da liegt fast immer irgendwo ein angefangenes Projekt rum – ob Häkeln, Basteln oder etwas Selbstgebautes.“ Irgendwas findet sie immer, für das sie sich begeistern und in das sie sich detailverliebt vertiefen kann.

Die Kirchengemeinde Bassum freut sich schon sehr auf die neue Kollegin.
Kennenlernen können alle Interessierten Lilli Knieriem spätestens am 13. September. Beim Begrüßungsgottesdienst der Konfirmand*innen wird nämlich auch die 28-Jährige offiziell vorgestellt.

Miriam Unger