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Wie kann die Gesellschaft wieder zusammenfinden?

11. Juni 2026

Bürgermeisterin Suse Laue (Syke) und Amtskollege Stefan Korte (Stuhr) zu Gast in der Kirchenkreiskonferenz

Kirchenkreiskonferenz mit Bürgermeistern: Suse Laue (Syke) und Stefan Korte (Stuhr) waren zu Besuch, um mit den Hauptamtlichen im Kirchenkreis Syke-Hoya über gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Rolle der Kirche darin zu sprechen. Die Gäste sind sicher: „Kirche kann Räume schaffen, in denen Information, Dialog und Orientierung zusammenkommen – als verlässliche Kraft in unruhiger Zeit.“ Fotos: Albert Gerling-Jacobi

Mit Blick auf die im Herbst bevorstehenden Kommunalwahlen waren die (scheidenden) Bürgermeister*innen Suse Laue aus Syke und Stefan Korte aus Stuhr zu Gast bei der Kirchenkreiskonferenz des Kirchenkreises Syke-Hoya.

Im Gespräch machten beide deutlich, dass im Laufe ihrer Amtszeit der gesellschaftliche Ton rauer geworden sei, dass Zuhören oft schwerfalle und die Gräben tiefer geworden seien. Gerade deshalb werde an vielen Stellen neu darüber nachgedacht, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält.

 „Es geht nicht nur um politische Lager oder unterschiedliche Positionen, sondern auch um Gesprächskultur, um Gemeinschaftssinn und um die Frage, welche Orte und Institutionen Menschen Orientierung geben können, wenn Unsicherheit und Polarisierung wachsen“, betonten Laue und Korte.

Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder begrüßt Suse Laue und Stefan Korte im Gemeindehaus Barrien.

Umso wichtiger seien in dieser Zeit Orte des Gesprächs, der Orientierung und des Miteinanders – und hier könne die Kirche eine besondere Rolle übernehmen. Sie sei nah an den Menschen und damit weit mehr als nur ein Ort für Glaubensfragen.

 „Kirche kann Räume schaffen, in denen Information, Dialog und Orientierung zusammenkommen – als verlässliche Kraft in unruhiger Zeit“, erklärten die Bürgermeister. „Wo Populismus einfache Antworten verspricht, wächst die Bedeutung von Institutionen, die auf Wahrhaftigkeit, Maß und Verantwortung setzen.“

Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen gelte das in besonderer Weise. „Die AfD wird in alle Räte kommen, da bin ich sicher“, sagte Laue. „Und das ist eine verfassungsfeindliche, undemokratische Partei“, ergänzte Korte.

Vor diesem Hintergrund äußerten die Bürgermeister die Hoffnung, dass die Kirche dabei helfen kann, Brücken zu bauen, demokratische Haltung zu stärken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar und erfahrbar zu machen.

„Am Ende geht es um die Frage, wie die Gesellschaft wieder zusammenfinden kann – durch Zuhören und durch den Mut, das Gemeinsame wichtiger zu nehmen als das Trennende“, fassten Laue und Korte zusammen.

Albert Gerling-Jacobi