Pastor Wolfgang Kürschner kommt als Springer in den Kirchenkreis Syke-Hoya / Erster Einsatzort ist Bassum / Einführung am 4. Oktober
Es gibt zwei Dinge, die Wolfgang Kürschner absolut nicht leiden kann: „Sich gegenseitig zu beurteilen, ohne zu fragen, was es zu bedeuten hat, was der andere sagt oder tut. Und Kürbissuppe.“ Auch wenn es im Herbst naheliegend wäre – Kürbissuppe sollte die Kirchengemeinde Bassum also schon mal nicht anbieten, wenn der 60-Jährige am Sonntag, 4. Oktober, in der Bassumer Stiftskirche als neuer Springer-Pastor für den Kirchenkreis Syke-Hoya eingeführt wird. Und was das Problem des Schubladendenkens angeht – „ich weiß, ich mache sowas auch“, gibt Kürschner selbstkritisch zu. Und ruft die Kirchenmitglieder in seinem neuen Dienstgebiet auf: „Wenn Sie das bemerken – sagen Sie es mir bitte sofort.“
Mit Wolfgang Kürschner bekommt der Kirchenkreis Syke-Hoya einen Pastor, der gerne Tacheles redet. Und der sechs Jahre vor seiner Pensionierung Lust hat, noch mal was Neues anzufangen. Nach einem ganzen Berufsleben in der Evangelischen Kirche in Oldenburg möchte er seine Erfahrung hier im Gebiet als Springer einbringen – überall dort, wo Gemeinden gerade Unterstützung brauchen.
Ein neuer Blick auf Kirche, auf Gemeinden und auf Menschen – darauf freut er sich. Die Gegend im Kirchenkreis ist Kürschner nicht fremd. Geboren wurde er 1965 in Bremen. Die ersten beiden Lebensjahre verbrachte er mit seiner Familie in Brasilien, danach wuchs er in Stuhr-Varrel auf. „In meiner Kindheit war Syke noch die Kreisstadt, und auch Orte wie Heiligenrode und Brinkum gehören zu meinen Erinnerungen.“ Nach dem Abitur studierte er Theologie in Bethel und Heidelberg, danach führten ihn seine beruflichen Wege nach Elisabethfehn, Wardenburg, Jever und schließlich nach Cloppenburg. Dort war er seit 2007 tätig, zuletzt zur Hälfte in der Gemeinde und zur Hälfte in der Krankenhausseelsorge.
Seelsorge ist für Wolfgang Kürschner ein ganz wichtiges Thema.
Pastor geworden ist er – wie viele in seiner Generation – weil er selbst eine gute kirchliche Jugendarbeit mit einem überzeugenden Pastor erlebt hat. Dabei stand anfangs noch eine andere Berufsalternative für ihn im Raum: LKW-Fahrer. Doch ein Klassenkamerad brachte ihn mit dem Hinweis auf die damals noch fehlende Servo-Unterstützung wieder auf Kurs. „Heute sage ich: Danke, Marc! Die Entscheidung für die Kanzel statt für die Fahrerkabine war die richtige.“
Privat bleibt sein Lebensmittelpunkt zunächst in Cloppenburg. Dort lebt er mit seiner Frau; gemeinsam haben sie eine Tochter, zwei Enkelsöhne und einen Sohn, der noch zur Schule geht.
Wofür er brennt? „Für meine Familie, für meine Arbeit – besonders für die mit Konfirmand*innen – und für brasilianische Musik.“ Mal sehen, was sich mit diesen Interessen in den nächsten Monaten im Kirchenkreis ergeben wird. „Ich bringe über 30 Jahre Erfahrung mit und eine große Neugier“, sagt er. Er freue sich darauf, dort anzupacken, wo er gebraucht wird. Zunächst wird er in der Kirchengemeinde Bassum im Einsatz sein, danach in Colnrade-Heiligenloh.
Die Einführung ist für Sonntag, 4. Oktober, um 10 Uhr in der Stiftskirche Bassum geplant.
Albert Gerling-Jacobi